Folge 510 – WTF-Stern, Penis durch die Wand & die dümmste Idee der Raumfahrt
Dennis und Stefan tauschen Körper, diskutieren einen exhibitionistischen Vorfall in Donauwörth, erklären den rätselhaften Tabby's Star und fragen sich, ob Aliens wirklich das Licht ausmachen.

2 Mikros fuer ein Halleluja
Folge 510 – WTF-Stern, Penis durch die Wand & die dümmste Idee der Raumfahrt
Penis, Staub und Aliens – Folge 510 hat alles
Willkommen zur 510. Folge des ehemals erfolgreichsten Podcasts aus Liechtenstein. Dennis und Stefan haben diese Woche ihre Körper getauscht – und noch nicht zurückgetauscht. Das erklärt einiges. Den Rest erklärt die Tatsache, dass die beiden konsequent jeder vorbereiteten Agenda entkommen wie ein Hund, der einer Möhre hinterherläuft.
Diese Folge hat alles: einen exhibitionistischen Vorfall in einer öffentlichen Toilette direkt gegenüber einer Polizeiinspektion, einen der rätselhaftesten Sterne der Milchstraße und die Frage, ob Tauben wirklich Raketen steuern können. Spoiler: Ja, das war mal eine echte Idee.
Der Mann, die Wand und das Loch in Donauwörth
In Donauwörth steckte ein unbekannter Mann sein Glied durch ein professionell gefrästes Loch in einer Toilettenkabinenwand. Eine Frau hielt das Objekt zunächst für eine Plastiknachbildung und zog daran – in der Absicht, es zu entfernen, bevor Kinder es entdecken könnten. Erst dann bemerkte sie, dass es sich um echtes Fleisch handelte.
Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage und exhibitionistischer Handlungen. Besonders pikant: Die Toilettenanlage steht direkt gegenüber der Polizeiinspektion. Und es ist nicht der erste Fall – in den vergangenen drei Jahren wurden bereits sechs ähnliche Vorfälle im Herren-WC gemeldet.
Dennis und Stefan diskutieren ernsthaft, wie die Polizei einen Täter anhand seines Geschlechtsorgans identifiziert – inklusive Verweisen auf tatsächliche Fälle bei der Staatsanwaltschaft Bremen. Das Niveau ist gesetzt. Die Folge hat gerade erst begonnen.
Tabby's Star – Der WTF-Stern, der das Internet sprengte
Im Sternbild Schwan, rund 1.470 Lichtjahre von der Erde entfernt, befindet sich ein F3-Hauptreihenstern – etwa 50 Prozent größer als unsere Sonne und rund 1.000 Grad heißer. Zwischen 2009 und 2013 fotografierte das Kepler-Weltraumteleskop diese Region rund 150.000 Mal.
Das Ziel: Helligkeitsschwankungen messen, um Planeten zu entdecken. Normal sind ein bis zwei Prozent Unterschied. Tabby's Star hingegen zeigte Einbrüche von bis zu 22 Prozent – völlig unregelmäßig, asymmetrisch, manchmal stundenlang, manchmal wochenlang. Um 22 Prozent eines Sterns zu blockieren, bräuchte man ein Objekt mit mehr als tausendmal der Fläche der Erde.
Freiwillige Bürgerwissenschaftler – die sogenannten Planet Hunters – entdeckten das Phänomen beim manuellen Durchsehen der Lichtkurven. Ihr Paper, veröffentlicht im September 2015 in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, trug den Titel Planet Hunters X: KIC 8462852 – Where's the Flux? – kurz: WTF.
Dann veröffentlichte ein Journalist in The Atlantic den Satz: „Aliens sollten immer die letzte Hypothese sein – aber das hier sieht aus wie etwas, das eine fremde Zivilisation gebaut haben könnte." Gemeint war eine Dyson-Sphäre – ein theoretisches Megabauwerk, das einen Stern vollständig umhüllt, um dessen gesamte Energie zu nutzen. Konzept des Physikers Freeman Dyson aus den 1960ern.
Über 10.000 Artikel wurden daraufhin veröffentlicht. CNN, Fox, Al Jazeera, Washington Post – alle dabei. Der Stern bekam sogar ein eigenes Subreddit.
Das Ende der Alien-Theorie: Neuere Teleskopbeobachtungen zeigten, dass die Verdunklung wellenlängenabhängig ist. Ein festes Objekt würde alle Lichtwellen gleichmäßig blockieren – das tut es aber nicht. Infrarot kommt durch, kurzwelligeres Licht wird stärker gedämpft. Die Erklärung: Staubpartikel mit bestimmtem Durchmesser und Dichte. Kein Alien-Megabau. Nur Staub. 14,2 Billiarden Kilometer entfernt.
Stefan hatte es natürlich von Anfang an gewusst. Er hat nur niemanden gefragt.
Tauben, Raketen und der Confirmation Bias
Neben dem WTF-Stern streifen Dennis und Stefan auch das Thema taubengesteuerte Raketen – tatsächlich ein reales Forschungsprojekt aus dem Zweiten Weltkrieg, bei dem Tauben durch Picken auf Bildschirme Lenkraketen steuern sollten. Die Idee wurde nie in der Praxis eingesetzt, gilt aber bis heute als eines der kuriosesten Kapitel der Militärforschung.
Dazu gesellt sich eine Diskussion über Confirmation Bias: die menschliche Tendenz, Informationen so zu interpretieren, dass sie die eigene Überzeugung bestätigen. Passend zum WTF-Stern, passend zur Politik, passend zu diesem Podcast.
Außerdem: Phineas Gage, der Mann, dem 1848 eine Eisenstange durch den Schädel schoss und der danach eine komplett andere Persönlichkeit hatte – ein Klassiker der Neurowissenschaften, hier eingebettet zwischen Pimmelwitzen und Weltraumtheorien.
Fazit: 510 Folgen Qualitäts-Audio-Gestümpere
Folge 510 ist genau das, was man nach 509 Folgen erwarten darf: chaotisch, informiert genug um nicht peinlich zu sein, und lustig genug, dass man vergisst, wie viel man gerade gelernt hat. Der WTF-Stern allein ist es wert. Der Rest ist Zugabe.
🎙️ Mehr vom ehemals erfolgreichsten Podcast aus Liechtenstein:
- 🌐 Website: 2mic1hal.de
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