Folge 529: Der Interim-Junggeselle: Arschrasierer, Wasserschäden und die Obsoleszenz aller Dinge | Comedy Podcast
Stefan wird Interim-Junggeselle: Zwischen Arschrasierer-Idee, Auto-Wasserschäden, Obsoleszenz und Schweinekrieg eskaliert Folge 529.

2 Mikros fuer ein Halleluja
Der Interim-Junggeselle: Arschrasierer, Wasserschäden und die Obsoleszenz aller Dinge
3 Min. Lesezeit • 27.07.2026
Folge 529 von Zwei Mikros für ein Halleluja beginnt mit einer Lagebeschreibung, die irgendwo zwischen Selbstversuch, Männergespräche und textiler Katastrophe liegt: Stefan ist Interim-Junggeselle. Das bedeutet weniger Glamour, mehr Senfflecken und zwei Hunde, die offenbar ein internes Überwachungssystem betreiben. Dennis und Stefan arbeiten sich durch Geschäftsideen, kaputte Technik, historische Schweine und die Frage, warum Erfolg manchmal weniger attraktiv wirkt als eine alte Tornax in Einzelteilen.
Interim-Junggeselle mit Senfflecken und Hundeblick
Stefans temporäres Alleinsein wird nicht romantisiert, sondern direkt in die Abteilung Alltag mit erhöhter Fleckenquote einsortiert. Zwölf Senfflecken sind keine Zahl mehr, sondern ein Lebensstil. Dazu kommen zwei Hunde, die ihn nicht aus den Augen lassen und vermutlich längst wissen, wo die Snacks liegen.
Der Comedy Podcast findet hier seinen natürlichen Lebensraum: Chaos, Kontrollverlust und die zarte Erkenntnis, dass häusliche Stabilität offenbar nicht nur aus Möbeln besteht. Stefan wirkt dabei weniger wie ein Junggeselle auf Zeit, eher wie ein Forschungsprojekt mit Waschmaschinenanschluss.
Arschrasierer, KUKA-Roboter und 5 Prozent Marge
Ausgerechnet ein Plastikrasierer für Po-Haare wird zum wirtschaftlichen Gedankenspiel. 9,90 Euro, China-Import, 5 Prozent Marge: Das klingt nach der traurigsten Höhle-der-Löwen-Präsentation der Welt, funktioniert aber offenbar gut genug, um ernsthaft darüber nachzudenken.
Natürlich bleibt es nicht beim simplen Produkt. Dennis und Stefan landen gedanklich bei einer automatisierten KUKA-Roboter-Version, weil es im lustiger Podcast-Kosmos nie reicht, ein Problem klein zu lösen. Wenn schon Körperpflege, dann bitte mit industrieller Präzision und maximaler seelischer Verunsicherung.
Wasserschäden, Obsoleszenz und Shittification
Dann kippt die Folge elegant in die große Gegenwartsdiagnose: Alles ist kaputt by Design. Die Dubai-Skihalle frisst täglich Millionen an Stromkosten, Boeing baut über Jahre an einem Flugzeug, das sich nicht lohnt, und Opel scheint bei Scheinwerfern kurz vergessen zu haben, dass Wasser existiert.
Besonders schön eskaliert das Auto-Wasserschäden-Special. E39 BMW, Audi A4, Opel: Deutsche Autos werden zur Tropfsteinhöhle mit Kilometerstand. Daraus wächst die große Obsoleszenz-These: Früher hielt alles länger, heute wird alles schlechter, damit neu gekauft wird. Oder kurz: Shittification überall, nur mit mehr Kunststoffclips.
Tornax, Schweinekrieg und Gorgonzola-Werbung
Ein überraschend melancholischer Moment kommt mit der Tornax-Saga. Stefans Opa verkaufte ein seltenes Motorrad aus den 50ern, als Stefan geboren wurde. Heute steht so ein restauriertes Teil bei 20.000 Euro, und plötzlich wirkt Schrauben verführerischer als erfolgreich sein.
Historisch wird es beim Schweinekrieg von 1859. USA und Großbritannien standen wegen eines erschossenen Schweins kurz vor einer absurden Eskalation, bis Kaiser Wilhelm I. als Schlichter ins Bild trat. Dazu passt die Gorgona Group, deren Universum konsequent aus Gorgonzola besteht: Endschalldämpfer für Motorsäge, Motorrad und Gemütszustand inklusive.
Am Ende bleibt Folge 529 ein perfektes kleines Durcheinander aus Humor, Technikfrust und sehr speziellen Geschäftsideen. Dennis und Stefan liefern keine Lebensberatung, aber eine erstaunlich genaue Zustandsbeschreibung moderner Dinge: Alles tropft, alles kostet, alles wird schlechter – und irgendwo wartet ein Arschrasierer mit Marge.
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